Ein edler Tropfen aus der Zirbe

Kategorie: Allgemein by Konrad KreitmairLeave a Comment

… weil die Alpenkönigin auch flüssig ein echter Genuss ist

Traditionell wird von der Zirbe so gut wie alles verwendet. Das Holz natürlich, aus dem wunderschöne Möbel und Alltagsgegenstände entstehen. Mit Spänen befüllte Duftsäckchen tragen den charakteristischen Zirbendurft in zirbenlose Schränke und Zimmer. Was dann noch übrig bleibt, dient im letzten Gang zur Wärmegewinnung – als Feuerholz.

ZapfenWer Zirben live bestaunen konnte, der kennt wahrscheinlich auch die Zirbenzapfen. Gefüllt mir Zirbennüssen, sichern sie die Verbreitung der Zirbe. Außerdem sind beide zusammen – oder auch nur die Zirbennüsse einzeln – richtig lecker. Wer keine Zirbe um die Ecke stehen hat, kann die Zirbenzapfen zur Erntesaison im Sommer auch bei Spezialitätenhändlern erwerben.

Alkohol mit dem besonderen Extra: Zirbenschnaps

Keine Sorge, eine Brennerlaubnis ist für Zirbenschnaps nicht notwendig. Qualitativ hochwertiger klarer Schnaps sollte es als Ausgangslage allerdings schon sein. Und natürlich die aromatische Zutat: die Zirbenzapfen. Vom Baum pflücken ist allerdings häufig verboten, stattdessen sind Sammler auf die am Boden liegenden Zapfen angewiesen. Nach Stürmen stehen die Chancen besonders gut, die noch unreifen Zapfen einzusammeln.

Warum sich die Mühe lohnt, Zirbenschnaps herzustellen? Ganz einfach:

  • Zirbenschnaps gilt als Mittel zur Bekämpfung bei Erkältungen, beispielsweise durch Einreiben oder als Beigabe in den warmen Tee
  • traditionell wird Zirbenschnaps als Mittel gegen Allergien oder Atemwegserkrankungen eingesetzt
  • Gelenkbeschwerden und Rheuma sollen durch regelmäßiges Einreiben mit ungezuckertem Zirbenschnaps erträglicher werden
  • er schmeckt einfach lecker!

Denn im Alkohol gelöst findet sich das charakteristische ätherische Öl, dass sich auch bei Zirbenholzmöbeln als Grund für einen angenehmeren Schlaf bewehrt hat.

Rezeptideen für Zirbenschnaps aus frischen Zapfen

Zirbe angesetztEin Basisrezept aus Maximilian Mosers „Das Geheimnis der Zirbe“ sieht vier bis sieben violett-rote Zirbenzapfen auf einen Liter hochprozentigen Schnaps vor. Die frischen Zapfen werden dafür in Scheiben geschnitten und zusammen in einem großen Schraubglas aufgestapelt.

Wer lieber Likör statt Schnaps trinkt, streut auf jede Zirbenscheibe noch etwas Rohrzucker oder Kandis. In beiden Fällen wird dann mit Schnaps aufgefüllt, bis alle Scheiben gut bedeckt sind – und das Glas voll.

Das gut verschlossene Glas darf dann auf dem sonnigen Fensterbrett ziehen, ab und an sollte kurz geschüttelt werden, damit sich der Zucker nicht zu sehr absetzt. Die Reifezeit beträgt fünf bis sechs Wochen, so gibt es der Herr Moser an. Andere Rezepte sprechen bei sonnigen Standorten auch von drei bis vier Wochen. Der fertige Zirbenschnaps hat eine rote bis bräunliche Färbung und schmeckt leicht harzig und eher herb. Außer natürlich, man hat ordentlich Zucker für den Likör dazugesetzt. Trübstoffe sollten vor dem ersten Probeschluck mit einem Feinsieb oder einem Mulltuch herausgefiltert werden. In schöne Glasflaschen umgefüllt, ergibt das auch ein nettes Geschenk. Im freien Handel ist guter Zirbenschnaps kaum noch erhältlich und deshalb eine echte Rarität.

Zirbenschnaps aus getrockneten Zapfen

Zirbenzapfen geteiltIn Scheiben geschnittene getrocknete Zirbenzapfen eignen sich genauso gut, um Zirbenschnaps herzustellen. Das Verfahren ist im Grunde das gleiche, allerdings dauert es gut sechs Wochen länger, bis sich das Aroma der Zirbe im Schnaps verfangen hat. Dafür sind die alkoholgetränkten Zapfenscheiben nochmals verwendbar. Der zweite „Aufguss“ wird dann milder und heller in der Färbung.

Likör & Schnaps aus Zirbennüssen

Wer sich die Arbeit machen möchte, kann die Zirbennüsse als Basis für den Schnaps verwenden. Dafür werden die Nüsse samt ihren Schalen aus den Zapfen heraus gelöst und grob zerschlagen. Mit Zucker in einem Weckglas aufschichten – und natürlich ebenfalls in Hochprozentigem für mehrere Wochen in der Sonne stehen lassen. Der Likör ist dann eher goldgelb und schmeckt leicht nussig und nach Zirbenharz.

Wer genug Zirbennüsse übrig hat, kann sie allerdings auch im Gebäck als aromatische Zutat nutzen. Der Schnaps macht sich auch hervorragend als Ergänzung beim Sonntagsbraten, indem die Soße damit verfeinert wird. Und so findet eben doch alles von der Zirbe seine Verwendung, ohne verschwendet zu werden.

Haben auch Sie schon erste Erfahrungen bei der Herstellung von Zirbenschnaps gemacht?

Oder sind gar ein Experte auf diesem Gebiet?

Wir freuen uns jetzt schon über den regen Austausch und ganz besonders natürlich über das eine oder andere (Geheim)Rezept aus Ihrem Schatzkisterl!

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