Zirbenholz als Einrichtungsmaterial …

Kategorie: Allgemein by Konrad KreitmairLeave a Comment

… und seine Auswirkungen auf den Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation

Dort wo es den meisten anderen Baumarten zu eisig ist trotzt die Zirbelkiefer Schnee und extremen Minustemperaturen im Winter sowie intensiver Sonneneinstrahlung im Sommer. Perfekt angepasst hat sich Pinus Cembra an das Klima im Gebirge. Hier wächst sie in Höhen von etwas 1300 bis zu 2500 Meter. Ein echter Pionierbaum.

 

Wo auch immer man sich in den Alpen bewegt, der Übergang vom Bergwald zur waldfreien Höhenstufe ist eine markante Lebensraumgrenze, im Fachjargon als Kampfzone bezeichnet. Durch ihr Vorkommen in den hohen Lagen erfüllt die Zirbe, in der Schweiz auch Arve genannt, dort eine wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen und Hangerosionen.

So wie ein Dach das Haus, schützt sie als Bodenbewehrung und erstes Hindernis für Schnee- und Geröllmassen den Wald und das Tal vor den Folgen extremer Witterungsbedingungen. Auf dem Holzmarkt spielt die Zirbe nur eine kleine Rolle – trotzdem ist sie eine echte Besonderheit.

 

Gerade in der heutigen Zeit werden Wohlfühloasen immer wichtiger – Wohnräume, in denen man neue Kraft für den Tag tanken kann. In Form der Zirbelkiefer liefert uns die Natur ein Hausmittel, das sich Bewohner der Alpenregionen schon seit Jahrhunderten zu Nutze machen.

Berühmt waren und sind die Zirbenholzstuben, die von den Großen und Mächtigen, aber auch von reichen Bürgern und Bauern eingerichtet wurden. Man denke auch an die Bayerische Staatskanzlei oder an das Chefzimmer, mit Zirbenholz ausgestattet. Diese Räume hatten und haben die Ausstrahlung von Ruhe und Gemütlichkeit.

 

Von der Volkskunde werden der Zirbelkiefer legendäre Eigenschaften nachgesagt.

Eine der wichtigsten dürfte wohl diese sein: In einem Zirbenholzbett schläft man wesentlich besser als in einem herkömmlichen Bett. Die in der Zirbe enthaltenen ätherischen Öle und Harze haben einen günstigen Einfluss auf den Schlaf. Wissenschafter aus Österreich konnten das bei umfassenden Forschungen rund um die Eigenschaft des Baumes bestätigen.

Am Joanneum Research Institut (Weiz/Steiermark) wurde im dortigen Institut für nichtinvasive Diagnostik, dieses Erfahrungswissen erstmalig einer empirisch wissenschaftlichen Analyse unterzogen.

Im Rahmen eines interregionalen Forschungsprogramms wurden die Auswirkungen von Zirbenholz auf Belastungs- und Erholungsfähigkeit an 30 Erwachsenen untersucht. Die am Institut angewandten Messmethoden ermöglichten es unter anderem, Stress und Erholung im normalen Tagesablauf, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, oder während des Schlafes sowie Funktionen des Stammhirns und des Nervensystem zu beobachten. Die wichtigste Größe in diesem komplexen Prozess, an dem Herz, Kreislauf, Atmung, Temperatur, Stoffwechsel und psychomentale Einflüsse beteiligt sind ist die Herzfrequenz. In psychischen und physischen Belastungssituationen im Labor und über 24 Stunden in Alltagssituationen der Versuchspersonen wurde ein umfangreiches Messprotokoll durchgeführt. Mit Hilfe hochauflösender EKG-Rekorder wurde die Herzfrequenz und ihre Variabilität, vegetative Parameter und die biologische Rhythmik der Erholung untersucht. Psychometrische Methoden wurden zur Messung der Befindlichkeit, Bewusstseinswachheit und subjektiven Schlafqualität eingesetzt.

 

Wichtige Unterschiede in der Erholungsqualität zwischen Zirbenholzzimmer und identisch gestaltetem Holzdekorzimmer zeigten sich bei den Tests im Labor. Besonders eine niedrigere Herzrate in körperlichen und mentalen Belastungssituationen und anschließenden Ruhephasen sowie ein beschleunigter Erholungsprozess zeichnete das Zirbenholzimmer gegenüber dem Dekorzimmer aus.

 

Den bedeutsamen Einfluss auf körperliches und seelisches Befinden des Einrichtungsmaterials Zirbenholz bestätigte eine anschließende Längsschnittsuntersuchung. Im Schlaf zeigte sich eine deutlich bessere Schlafqualität im Zirbenholzbett im Vergleich zu einem Holzdekorbett. Die bessere Nachterholung geht mit einer reduzierten Herzfrequenz und einer erhöhten Schwingung des Organismus im Tagesverlauf einher. Die durchschnittliche „Ersparnis“ im Zirbenholzbett lag bei 3500 Herzschlägen pro Tag, was etwa einer Stunde Herzarbeit entspricht.  

Diese Ergebnisse stimmten mit der subjektiven Einschätzung der Versuchspersonen überein, welche über einen erholsameren Schlaf, ein besseres Allgemeinbefinden und erstaunlicherweise eine höhere „soziale Offenheit“ berichteten. Vielleicht ein Grund, warum die typischen Gaststuben im Alpen und Voralpenraum früher mit Zirbenholz verkleidet waren.

 

Es gibt noch mehr solcher bemerkenswerter Eigenschaften der Zirbelkiefer: So haben die Harze der Zirbe besonders in der Nähe der Mikrowellenstrahlung von Handys Ihre Resonanzfrequenz. Dadurch absorbiert Zirbenholz deren Strahlung. Ums Bett entsteht ein strahlungsarmer Raum was günstig für die Schlafqualität ist.

In Räumen welche ganz in Zirbenholz eingerichtet sind wird die von außen eindringende Strahlung so verringert das ein Telefonat mit dem Handy praktisch nicht mehr möglich ist. Auch die Wetterfühligkeit nimmt in einem Zirbenholzzimmer stark ab.

 

Durch seine antibakterielle Wirkung verwendet man diese Holzart mittlerweile auch zum Bau von Saunen und Infrarotkabinen. Aufgrund des hohen Gehaltes an Holzinhaltsstoffen wie Harze und ätherische Öle weist das Zirbenholz einen angenehmen Geruch auf, der sich über lange Zeit erhält und die Zirbe zu einem Holz mit besonderem Wohlfühlcharakter macht. Besonders beim Aufheizen einer Sauna oder Infrarotkabine entfaltet sich der Duft des Holzes.

 

Schrankbewohner wie z.B. Motten & Milben sollten aufpassen, denn die Zirbe verfügt über weitere Charakteristika, die ihren Einsatz in verschiedenen Bereichen ermöglichen: Das Holz unterstützt Wohlbefinden und Gesundheit und entfaltet dabei den typischen Duft, welcher in verbauter Form, z.B. in Möbeln, zugleich eine mottenabwehrende und antibakterielle Wirkung erzeugt.

 

Nicht nur für bauliche Zwecke lässt sich dieses vielseitige Holz einsetzen. Aus den Zapfen lässt sich „Zirbenmedizin“ (als Zirbenschnaps bekannt) ansetzen, aus den Spänen Anti-Motten-Säckchen für den Schrank herstellen und von den im Holz enthaltenen Ölen Entspannungsbäder kreieren. Und unter den Plätzchenbäckern und Hobbyköchen werden Rezepte mit den Samen der Zirbelkiefer, den „Zirbennüssen“ hoch geschätzt.

 

Die Zirbelkiefer hat offensichtlich größere Auswirkungen auf Befinden und Gesundheit als bisher bekannt. Für das edle Holz der „Königin der Alpen“ tun sich neue Anwendungsfelder auf.

 

Welchen Einrichtungstraum würden Sie sich auch Zirbenholz fertigen lassen? Lieber individuell gefertigt oder „von der Stange“?

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Der Zirbenschreiner

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